19. Konferenz der Rettungsdienste im Bodenseeraum
Neue digitale Plattform soll grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Rettungskräfte im Bodenseeraum stärken.
Götzis, 23.01.2026 – Die Bodenseeregion lebt von Zusammenarbeit – und wenn es um Leben und Gesundheit geht, ist sie essenziell. Das zeigte die 19. Konferenz der Rettungsdienste im Bodenseeraum eindrucksvoll, die am 21. Januar 2026 auf Einladung des Roten Kreuzes Vorarlberg im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast in Götzis stattfand. Über 100 Führungskräfte aus Rettungsorganisationen zu Land, zu Wasser und aus der Luft trafen sich unter der Schirmherrschaft der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK), um unter dem Leitthema „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Großereignissen“ aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln.
Gerhard Kräutler, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Vorarlberg, betonte die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs: „Es ist eine der großen Stärken unserer Bodenseeregion, dass wir über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, um Leben zu retten, Sicherheit zu gewährleisten und unsere Zusammenarbeit zu vertiefen. Notfälle kennen keine Grenzen, doch durch unsere Kooperation können wir schneller helfen und besser koordinieren. Diese Konferenz unterstreicht die Bedeutung unseres gemeinsamen Handelns zum Wohle aller.“
Die Teilnehmenden kamen aus allen vier Ländern der Bodenseeregion – Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – und spiegelten ein breites Spektrum an Organisationen wider: bodengebundene Rettungsdienste, Wasserrettung, DLRG, Luftrettung und Wasserschutzpolizei. Sie alle eint das Ziel, die Einsatzfähigkeit über Grenzen hinweg kontinuierlich zu verbessern.
Fachvorträge und Projektpräsentationen
Am Vormittag bot die Konferenz praxisnahe Fachvorträge, unter anderem über die Arbeit der Polizeisanitäter in Vorarlberg sowie über internationale Einsätze der SARUV-Einheit (Search and Rescue Unit Vorarlberg). Dabei wurde deutlich: Ein erfolgreiches Agieren im Einsatz verlangt detaillierte Abstimmungen zwischen Polizei, medizinischen Rettungseinheiten und Spezialeinheiten – nicht zuletzt auch über nationale Standards hinweg.
Am Nachmittag stand die praktische Zusammenarbeit im Mittelpunkt: In Workshops diskutierten die Teilnehmenden Problemstellungen, die sich bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit im Großschadensfall ergeben können, und konkretisierten das Projekt zur Erstellung einer gemeinsamen Homepage.
Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für Einsatzkräfte
Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf dem Aufbau eines internen, länderübergreifenden Wissensportals für Rettungskräfte im IBK-Raum. Auf einer geschützten Plattform sollen künftig Informationen über das jeweilige nationale Wording, Strukturen, Kompetenzen und Einsatzmittel der beteiligten Organisationen zusammengeführt werden. Unterschiedliche Begrifflichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen – etwa bei der Anerkennung von Qualifikationen oder Zollvorschriften – sollen dort transparent dargestellt werden.
In mehreren Workshoprunden wurde intensiv an den Anforderungen und Inhalten dieser Plattform gearbeitet – ein Projekt, das maßgeblich vom Engagement eines internationalen Redaktionsteams getragen wird. Ziel ist eine lebendige Plattform als Nachschlagewerk, Austauschort und Drehscheibe für Neuerungen, Veranstaltungen und länderübergreifende Problemstellungen.
Die nächste IBK-Rettungskonferenz findet am 20. Januar 2027 im Kanton Thurgau (CH) statt.
Bildbeschreibungen:
Bild 1: Die Teilnehmenden der Veranstaltung während der inhaltlichen Ausführungen
Bild 2: Einblicke in die Praxis: Während der Mittagspause wurden diverse Einsatzfahrzeuge vorgestellt
Bild 3: Vorständin Martina Schönherr der Abteilung Inneres und Sicherheit im Landhaus, Landesrätin Martina Rüscher, RK-Geschäftsführer Gerhard Kräutler, Katja Heller, stellvertretende Geschäftsführerin der Bodensee-Konferenz, Walter Tauber, GF Rettungsfond – Land Vorarlberg
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Konferenz der Rettungsdienste
Seit dem Jahr 2003 wandern die Rettungskonferenzen rund um den Bodensee. Organisiert werden sie jeweils von den Rettungsdiensten oder deren Partnerorganisationen. Finanzielle Unterstützung erhalten die Veranstaltungen von der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) unter der Schirmherrschaft der Kommission Gesundheit und Soziales, die diese Treffen auch initiierte. Nach weiteren Konferenzen in den Jahren 2004 und 2007 fanden sie ab 2009 – mit Ausnahme der Pandemiezeit – jährlich statt. Im vergangenen Jahr wurde die Konferenz von der Rettung Schaffhausen organisiert. Weitere Informationen unter www.bodenseekonferenz.org.