Winterthur, 7.05.2026 – Wie möchten junge Menschen im Jahr 2050 in der Bodenseeregion leben? Mit dieser Frage haben sich am 7. Mai 2026 bei der Jugendkonferenz der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) in Winterthur rund 40 Jugendliche aus der Vierländerregion Bodensee beschäftigt: aus Baden-Württemberg, Vorarlberg, dem Fürstentum Liechtenstein sowie den Kantonen Zürich, Thurgau, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden. Auf Grundlage der Studie „IBK 2050“ entwarfen sie Zukunftsbilder für ihren Alltag in der grenzüberschreitenden Nachbarschaft – von Freizeit, Lernen und Freundschaften bis zu Mobilität, Kommunikation und Begegnungsorten – und formulierten daraus konkrete Erwartungen an Politik und Gesellschaft.
Im Zentrum der Konferenz stand nicht die abstrakte Debatte über ferne Zukunftsszenarien, sondern die Frage, wie sich ein guter Alltag im Jahr 2050 anfühlen könnte. In Arbeitsgruppen entwickelten die Jugendlichen aus den Zukunftsbildern der Studie ihren „Traumtag 2050“: Wie verbringen sie ihre Zeit? Wie lernen sie Neues? Wie pflegen sie Freundschaften? Welche Treffpunkte prägen ihr Leben? Und welche Regeln, Gewohnheiten und Rahmenbedingungen braucht es, damit eine lebenswerte grenzüberschreitende Nachbarschaft entstehen kann?
Anschließend blickten die Teilnehmenden von diesen Zukunftsentwürfen zurück in die Gegenwart. Sie diskutierten, welche politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Weichen schon heute gestellt werden müssen, damit wünschenswerte Entwicklungen Realität werden können. Aus diesen Überlegungen entstand ein sogenanntes „Zukunftsradar“, in dem die Jugendlichen ihre wichtigsten Hinweise, Erwartungen und Handlungsempfehlungen bündelten. Dabei formulierten sie unter anderem den Wunsch nach mehr grenzüberschreitender Jugendbeteiligung – etwa in Form eines Jugendparlaments –, nach stärker abgestimmten Bildungswegen in der Bodenseeregion sowie nach besseren Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement. Dieses übergaben sie im Anschluss an die Diskussion in Form eines Fishbowldialogs an den Ständigen Ausschuss der IBK.
Kathrin Arioli, Vorsitzende des Ständigen Ausschusses 2026, betonte: „Die Jugendkonferenz ist ein wichtiges Format in unserem Vorsitzjahr, weil sie Zukunft nicht nur aus institutioneller Sicht, sondern aus der Lebensrealität junger Menschen betrachtet. Die Jugendlichen haben sehr konkret beschrieben, wie sie 2050 in der Bodenseeregion leben möchten – und welche Weichen dafür schon heute gestellt werden müssen.“
„Besonders spannend war für mich der Austausch mit Gleichaltrigen, die sich ebenfalls für Politik interessieren. Obwohl wir oft ähnliche Grundhaltungen hatten, sind sehr unterschiedliche Ideen und Perspektiven entstanden", so Jael H., eine Teilnehmerin aus dem Thurgau. „Wichtig ist mir vor allem, dass Grenzen nicht nur als Trennlinien gesehen werden. Grenzräume sind eigentlich verschwendete Gemeinschaftsräume, wenn man sie nicht nutzt.“
Die Jugendkonferenz ist Teil des Zürcher Vorsitzjahres 2026 der IBK. Der Kanton Zürich hat dabei die grenzüberschreitende Nachbarschaft und die Zukunftsbilder für das Jahr 2050 in den Mittelpunkt gestellt. Die Studie „
IBK 2050“ bildet dafür die inhaltliche Grundlage. Sie fragt danach, wie sich die Zusammenarbeit in der Bodenseeregion bis 2050 entwickeln könnte und welche Entscheidungen bereits heute vorbereitet werden müssen.
Methodisch begleitet wurde die Konferenz von den Schweizer Zukunftsforscherinnen Martina Kühne und Senem Wicki, die die Zukunftsbilder für die IBK entwickelt haben. Die Ergebnisse der Jugendkonferenz sollen in die weiteren Diskussionen des Vorsitzjahres einfließen und für die weitere Arbeit der IBK dokumentiert werden.
Mit der Jugendkonferenz in Winterthur startet die IBK in eine Reihe weiterer Veranstaltungen ihres strategischen Querschnittsthemas „Jugend braucht die Zukunft“. Im Laufe des Jahres folgen unter anderem der Jugendkongress der AG Bildung am 18. Juni sowie der JugendZukunftsDialog auf dem Schiff am 4. Juli; weitere Begegnungs- und Beteiligungsformate, etwa im Bereich Sport, schließen sich an. Ziel des Querschnittsthemas ist es, Jugendperspektiven stärker in die Arbeit der IBK einzubinden und politische Bildung, grenzüberschreitenden Austausch und reale Beteiligung zusammenzuführen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Bilder:
- Bild 1: Fishbowldialog der Jugendlichen mit Mitgliedern des Ständigen Ausschusses und Regierungsrätin Jacqueline Fehr
- Bild 2: Übergabe des Zukunftsradars an Staatsschreiberin Kathrin Arioli und Regierungsrätin Jacqueline Fehr
- Bild 3: Jugendliche erarbeiten am Gruppentisch ihren Traumtag 2050
- Bild 4: Gruppenbild Teilnehmer der IBK-Jugendkonferenz mit den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses der IBK
Fotocredit: © Staatskanzlei Kanton Zürich | Paco Carrascosa
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Internationale Bodensee-Konferenz
Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) ist die gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern. Ziel der IBK ist es, die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Sie bildet den Kern eines breit gefächerten Netzwerkes der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion. Weitere Informationen unter Weitere Informationen unter www.bodenseekonferenz.org.