Konstanz,
16.07.2026 – Der Klimawandel bringt besondere Herausforderungen mit sich. Gemeinsam arbeitet man in der IBK an effizienten Lösungen, unter anderem in der AG Landwirtschaft und Umweltschutz der Kommission Umwelt. Das dort vertretende Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten (Allgäu) organisierte am 8. Juli 2026 eine länderübergreifende Landwirtschaftsexkursion ins Allgäu zum Thema „Moorböden: Renaturierungsprojekte, schonende Bewirtschaftung und öffentliche Finanzierung“. Die Teilnehmenden kamen aus Deutschland, der Schweiz und Vorarlberg.
30 Verwaltungspersonen, die sich mit Förderung, Renaturierungsmaßnahmen, Hochwasserschutz und Moorbodenschutz beschäftigen, kamen aus der ganzen Bodenseeregion, um vom Blick über den Tellerrand zu profitieren und die interessanten Pionierprojekte im Allgäu kennenzulernen. „Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bodenseeraum blicken mit Interesse auf die guten Möglichkeiten, die uns das Bayerische Moorschutzprogramm, die Landschaftspflegerichtlinie und die starke regionale Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Naturschutz bieten“, so Dr. Michael Honisch, Bereichsleiter AELF Kempten und Mitglied der AG Landwirtschaft und Umweltschutz der IBK, der als Initiator der Exkursion die internationalen Gäste begrüßte.
Vorbildliche Pionierarbeit im Allgäu
In vielen Teilen des Allgäus wird nasses Grünland seit Generationen als Streuwiese traditionell bewirtschaftet. Charakteristisch ist die einmalige, späte Mahd. Diese extensive Bewirtschaftungsform fördert eine reiche Artenvielfalt und hält die Flächen offen. Zudem leisten Naturschutzgroßprojekte wie die Allgäuer Moorallianz und der Landschaftspflegeverband Oberallgäu e. V. Pionierarbeit bei der Wiedervernässung von Flächen. Schlüssel zum Erfolg dieser Projekte ist die Freiwilligkeit der Grundstückseigentümer bei der Umsetzung der Maßnahmen, die von staatlichen Stellen gefördert werden. Der Landkreis Oberallgäu begegnet den Folgen des Klimawandels aktiv durch ein Konzept zur Klimawandelanpassung.
Vom Grünen Zentrum Immenstadt zu Tiefenberger Moor und Konstanzer Ach
Georg Ott, Klima- und Moorbodenberater, erläuterte zunächst die Bedeutung der Moore im Allgäu. Moorrenaturierung habe eine große Hebelwirkung bei der Bindung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2), beim Hochwasserschutz und als Wasserspeicher für Trockenphasen. Auch Thorsten Metke, der das Klimawandelanpassungskonzept Oberallgäu vorstellte, betonte, dass Moorschutz ein wichtiger Baustein des Klimaschutzes in diesem sehr vulnerablen Lebensraum sei. Als Praxisbeispiele wurden die Renaturierungsprojekte „Tiefenberger Moor“ und „Konstanzer Ach“ besichtigt.
Bildlegende:
Bild 1: Rund 30 Verwaltungspersonen nahmen an der IBK-Landwirtschaftsexkursion "Moorböden" teil.
Bild 2: Besichtigung eines Moorbodens
Quelle: © Eva Herz
Fachliche Informationen erhalten Sie bei:
Ott Georg - Moorbodenberater, Tel.: +49 831 52613-1228, E-Mail: Georg.Ott@aelf-ke.bayern.de, www.aelf-ke.bayern.de
AG Landwirtschaft und Umweltschutz
In der Internationalen Bodensee-Konferenz arbeiten die zehn Länder und Kantone in der Bodenseeregion grenzüberschreitend zusammen. Die AG Landwirtschaft und Umweltschutz ist Teil der IBK-Kommission Umwelt. Die Landbewirtschaftung hängt eng mit Boden-, Luft- und Gewässerschutz zusammen. Der Klimawandel bringt besondere Herausforderungen mit sich. Gemeinsam arbeitet man in der IBK an effizienten Lösungen. Weitere Schwerpunkte sind Polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS), Mikroplastik und der schonender Umgang mit der Ressource Wasser.
Internationale Bodensee-Konferenz
Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) ist die gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern. Ziel der IBK ist es, die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Sie bildet den Kern eines breit gefächerten Netzwerkes der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion. Weitere Informationen unter www.bodenseekonferenz.org.